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Die Firma FRIELINGHAUS trägt
bis zum heutigen Tage den Namen ihres Gründers. Der Schafscherenschmied
Carl Theodor Frielinghaus hatte das Handwerk des Schmiedens
von Schafscheren erlernt. Damals wurden die Schafscheren in
den Wasserhämmern an der Ennepe aus Eisenstangen gereckt.
Die Weiterverarbeitung, d. h. die eigentliche Formgebung der
Scherenblätter, geschah in den Schmieden auf den Berghöfen.
Man verstählte die Schneiden in der Schweißhitze,
um die erforderliche Schneidfähigkeit und Schnitthaltigkeit
zu erreichen. Die Arbeiten wurden von Hand ausgeführt.
Sie setzten handwerkliches Können in höchster Vollendung
und auch einen für die heutige Zeit unvorstellbaren Kraftaufwand
voraus.
Im Jahre 1867 machte
sich der Schafscherenschmied Carl Theodor Frielinghaus selbständig.
Fleiß und Unternehmungsgeist versetzten ihn bereits
im Jahre 1873 in die Lage, die heutige
Besitzung Kotthauserheide zu erwerben.
Dort begann er in den Kellerräumen des
heutigen Wohn- und Geschäftshauses mit der Herstellung
von Schafscheren. Die stetige Aufwärtsentwicklung des
Unternehmens machte eine Ausdehnung erforderlich. 1896
wurde ein Fachwerkbau unterhalb des Wohnhauses errichtet.
1898 Inzwischen hatte
die Dampfmaschine die handwerkliche Fertigung immer mehr verdrängt.
Die mechanische Kraft hatte neue, rationellere Fertigungsmöglichkeiten
eröffnet. 1898 wurde eine Lokomobile
angeschafft und eine eigene Schleiferei angegliedert. Die
Scheren wurden jetzt nicht mehr geschmiedet, sondern aus Stahlblech
oder Bandstahl gepresst und gebogen. Die Herstellung wurde
in allen Fertigungsstufen im eigenen Betrieb durchgeführt.
Für den Wasserbedarf der Schleiferei und der Dampfmaschine
wurde ein großer Brunnen gebohrt, der heute noch seinen
Zweck erfüllt und das Schleifwasser hergibt.
Der Gründer hatte in seinen beiden Söhnen
Ewald und Karl tatkräftige Helfer. Ihnen war es vorbehalten,
neue Geschäftsverbindungen anzuknüpfen und den Betrieb
auf den neusten Stand der rationellen Fertigung zu halten.
Die Dampfmaschine genügte nicht mehr dem gestiegenen
Kraftbedarf und wurde durch Elektromotoren ersetzt. Reisen
nach Moskau bahnten große Geschäftsbeziehungen
nach Russland an.
Im Jahre 1905 wurde das bisherige
Herstellprogramm durch die Aufnahme von Erntemaschinenteilen
erweitert. Zu den anfänglich produzierten Fingerplatten
trat ein Jahr später die Fertigung von Messerklingen.
Mit dem Ableben des Gründers im Jahre
1911 übernahmen seine Söhne
Karl und Ewald die Geschicke der Firma. Sie bauten den Umfang
des Betriebes und der Geschäfte kontinuierlich weiter
aus. Nach dem 1. Weltkrieg mussten neue Märkte erschlossen
werden. Die manuellen
Schleifmethoden wurden durch moderne Schleifmaschinen ersetzt.
Namhafte Erntemaschinen-
Fabriken des In- und Auslandes wurden als Kunden gewonnen.
Schafscheren oder Erntemaschi-nenteile mit der CTF-Marke wurden
in alle europäischen Länder oder Überseemärkte
geliefert.
Karl Frielinghaus, dem die technische Leitung
des Betriebes oblag, starb im Jahre 1935.
Ein be-sonders hartes Geschick traf die Firma im Jahre 1942.
Ewald Frielinghaus, der nach dem Tode seines Bruders alleiniger
Inhaber geworden war, verstarb am 01.06.1942. Sein Erbe hatten
seine beiden Neffen Ernst Frielinghaus und Wilhelm Asbeck
gemeinsam angetreten. Jedoch war es den jungen Unternehmern
nur für 2 Monate vergönnt, zusammenzuarbeiten. Am
02.08.1942 verstarb Ernst Frielinghaus an einem Herzinfarkt,
so dass von nun an Wilhelm Asbeck die Geschicke der Firma
alleine steuerte.
Der 2. Weltkrieg verschonte den Betrieb vor
Zerstörung, so dass die Fertigung im Herbst des Jahres
1945 wieder anlaufen konnte.
Der Betrieb war in der Zwischenzeit langsam
aber stetig gewachsen. Immer wieder waren einzelne Räume
angebaut worden.
Es entstand eine neue Halle in der Verlängerung
des vorhandenen mittleren Gebäudeteils. Zwischenwände
wurden entfernt. Der Fußboden wurde auf ein Niveau gebracht
und damit der Transport erleichtert. Ein Aufzug sorgte für
die Überbrückung des Höhenunterschiedes der
Schleiferei und verkürzte die Transportwege.
Im Jahre 1966 musste
die alte Schmiede einem neuen Gebäude weichen. Damit
war der Betrieb moderner und übersichtlicher geworden.
1975 trat die Tochter
von Herrn Asbeck, Frau Elke von der Becke, als Gesellschafterin
in die Firma ein. Ihr Mann, Herr Derk von der Becke, wurde
als weiterer Geschäftsführer bestellt.
Durch konsequente Rationalisierung und Automatisation
sowie durch den Ausbau der internationalen Geschäftsbereiche
wurde ein weiterer Ausbau des Unternehmens erreicht. Für
das automatische Pressen von Stahlteilen wurde 1976
eine zusätzliche Halle angebaut. Die alte Schleiferei
und das Lager wurden durch eine moderne doppelstöckige
Fabrikationshalle ersetzt.
1980 trat Herr Wolfgang
Braun in die Firma ein und übernahm Ende des Jahres als
weiterer Ge-sellschafter und Geschäftsführer das
Aufgabengebiet von Herrn Asbeck, der sich nach über 40
Jahren verantwortlicher Tätigkeit in den Ruhestand zurückgezogen
hatte.
Die bisherigen Maximen:
• höchste Qualität
• maximale Lieferbereitschaft
• rationellste Fertigungsmethoden
wurden konsequent weiter verfolgt. Die Geschäfte, insbesondere
im Erstausrüster-Bereich, konnten noch weiter ausgebaut
werden.
1982 wurde eine weitere
Produktionshalle und ein neues Bürogebäude erstellt.
1984 wurde mit dem
Bau einer Lagerhalle für Vormaterial begonnen, um damit
weiteren Platz für die Fertigung zu schaffen.
1991 hat ein bisheriger
Wettbewerber, die Firma C.W. Haas in Remscheid ihr Unternehmen
liquidiert. Weite Teile der Klingenfertigung wurden von FRIELINGHAUS
aufgekauft.
1992, in dem Jahr,
in dem die Firma ihr 125-jähriges Jubiläum feierte,
verstarb Herr Wilhelm Asbeck im Alter von 82 Jahren. Ein Jahr
später, also 1993, verstarb auch der Geschäftsführer,
Herr Derk von der Becke, im Alter von nur 53 Jahren. Von da
an führte Herr Wolfgang Braun die Geschäfte alleine.
Zu seiner Unterstützung bestellte er noch 1993 seine
langjährige Mitarbeiterin Renate Brüllke zur Prokuristin.
1993 musste der zweitgrößte
Wettbewerber, die Firma Busatis in Hückeswagen Konkurs
anmelden. Das gesamte Unternehmen, allerdings ohne Gebäude,
wurde gemeinsam mit ESM (Ennepetaler Schneid und Mähtechnik
in Ennepetal) übernommen. Die Aufteilung zwischen FRIELINGHAUS
und ESM geschah in der Form, dass ESM die Bereiche Mähwerks-
und Komponentenfertigung übernahm und FRIELINGHAUS
übernahm den gesamten Bereich Klingenfertigung.
1994 wurde eine ältere
Produktionshalle abgerissen und durch einen wesentlich größeren,
dop-pelstöckigen Neubau ersetzt. Das ganze Obergeschoss
wurde als Werkzeugbau eingerichtet. Dieser Werkzeugbau ist
bis heute noch, neben der Qualitätssicherung, eine der
wichtigsten Abteilungen.
1999 musste der größte
Wettbewerber, Firma Rasspe in Solingen auch Konkurs anmelden.
Gemeinsam mit den Herren Fred Schumacher, Eichelhardt, Heinz
Günter Schumacher, Eichelhardt und Franz Greisbach, USA,
wurde eine Auffanggesellschaft gegründet, an der sich
FRIELINGHAUS zu 24 % beteiligte.
2002 wurde endlich
nach vielen Jahren die Genehmigung erteilt, ein vorhandenes
Wald- und Wiesengelände teilweise in Bauland umzuwandeln.
Hierdurch entstand die Möglichkeit eine weitere Halle
mit einer modernen Krananlage zu erstellen. In diese Halle
wurde das Stahllager verlegt, so dass das hierdurch freiwerdende
Gebäude als weitere Produktionshalle genutzt werden konnte.
Zum Jahresende 2002
hat einer der Hauptvormateriallieferanten für Stahl seine
Schmalbandfertigung eingestellt. Da dies in den vergangenen
Jahren schon zweimal passiert ist, hat FRIELINGHAUS
die modernste, der vorhandenen Walzstraßen komplett
aufgekauft und 2003 in Ennepetal aufgebaut, um so für
die Zukunft unabhängig zu sein.
2003 hat ein weiterer,
kleinerer Wettbewerber, die Firma KWT in Herbede ihre Klingen
und Messerfertigung eingestellt. FRIELINGHAUS
konnte auch hier die wenigen modernen Maschinen übernehmen.
Im Laufe der Jahre 1998
bis 2004 hat FRIELINGHAUS
kontinuierlich investiert in modernstes Equipment für
Hartstoffbeschichtungen und das hierzu erforderliche Know-How.
Das Ergebnis ist, dass FRIELINGHAUS seit
2004 zu den führenden Herstellern gehört, die in
der Lage sind, weitestgehend automatisch, durch Computer,
Roboter und Kameras, Wolframcarbid- und PTA-Beschichtungen
in bester Qualität, prozesssicher und trotzdem kostengünstig
herzustellen.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2006
hat FRIELINGHAUS sich von der Ende 1999 erworbenen
Beteiligung an Rasspe wieder getrennt, weil die einzelnen
Konzepte zu unterschiedlich waren. Jetzt kann sich FRIELINGHAUS
wieder ganz auf seine eigenen Stärken konzentrieren.
Durch kontinuierliche Optimierung der Produktion,
modernste Fertigungsanlagen und Einrichtungen, mit prozesssicherer
Fertigung und permanenter Verbesserung der hergestellten Produkte,
ist der Name FRIELINGHAUS heute nicht nur
international bekannt, sondern darüber hinaus ist FRIELINGHAUS
heute in Europa einer der wichtigsten Qualitätslieferanten
und Partner der Erstausrüster.
Der Name FRIELINGHAUS ist
heute gleichbedeutend mit den Begriffen “QUALITÄT“
und „KOMPETENZ“ geworden.
Nach 27 erfolgreichen Jahren als geschäftsführender
Gesellschafter beendete Herr Wolfgang Braun seine Tätigkeit
als Geschäftsführer am 30.6.2007. Herr Martin Grob,
der bereits seit April 2007 eingearbeitet
wurde, übernahm damit die alleinige Geschäftsführung.
Bedingt durch seine Stellung als Gesellschafter und seiner
Position als Geschäftsführer der Frielinghaus Beteiligungs-GmbH
wollte Herr Braun dem Unternehmen noch in beratender Funktion
zur Seite stehen. Leider kam es anders, denn bereits am 7.
Oktober des Jahres 2007 verstarb Herr Braun im Alter von 64
Jahren.
2008 Herr Martin Grob will
auf jeden Fall den von Herrn Wolfgang Braun eingeschlagenen
Weg weitergehen. Auch er wird weiterhin von der Prokuristin
Frau Renate Brüllke unterstützt.. Diese ist bereits
seit über 27 Jahren für das Unternehmen tätig.
Sie hat die bisherige Firmenphilosophie stets mitgetragen
und wird weiterhin mit daran arbeiten, dass „QUALITÄT
und KOMPETENZ“ auch zukünftig 2 Maximen sind, die
weiter verfolgt werden.
Die Chronik zeigt es auf: Aus dem kleinen Betrieb
in Oberbauer ist heute ein weltweit exportie-rendes mittelständisches
Unternehmen geworden. Zu erwähnen bliebe aber noch eine
wichtige Tatsache: Wenn unsere Mitarbeiter nicht mitgezogen
hätten, wäre dieser Erfolg nicht machbar gewesen.
Wir haben mit unseren Mitarbeitern ein hervorragendes Fundament
um darauf zu bauen und somit auch weiterhin erfolgreich zu
sein.
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